Jeder Reiter soll dazu kommen, dass ihm seine Reiterei Spaß macht. Dazu ist die erste und wichtigste Voraussetzung das Gleichgewicht von Reiter und Pferd. Der Reiter muss in der Lage sein, unabhängig und geschmeidig den Bewegungen des Pferdes zu folgen und das Pferd nicht zu stören (Eckhard Meyners).
Grundvoraussetzung für die Mitarbeit des Pferdes ist eine entsprechende Gymnastisierung. Gymnastisierung bedeutet, den Rücken zum Aufwölben zu bringen (Dr. Gerd Heuschmann), damit der Rückenmuskel in der Lage ist, sich zu bewegen Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie sich die Bewegungen des Pferdes verändern, sobald der Rücken zum Schwingen kommt.
Die Skala der Ausbildung ist für mich die Basis allen Trainings. Natürlich kann man kein Pferd und keinen Reiter in ein Schema pressen – es sind alles Individuen. Die sechs Punkte der Skala der Ausbildung aber sind der Leitfaden, der unser ganzes Training bestimmen sollte.
Die natürliche Basis jedes erfolgreichen Trainings ist zunächst das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd, Eine konsequente und disziplinierte Arbeit, notwendig für den Erfolg, darf nie Gewalt beinhalten. Eine zerstörte Vertrauensbasis ist auch mit dem besten Training kaum wieder herzustellen.
Und ein weiterer Punkt ist wichtig: eine gewisse Hinwendung zum „Minimalismus“. Es sollte alles einfach gehen - mit dem geringstmöglichen Aufwand sollte der größtmögliche Erfolg erzielt werden. Wenden wir uns ab von Kraftreiterei, die häufig fälschlich als „professionell“ bezeichnet wird, die aber nur ein „Zurechtbiegen“ des Pferdes ohne fundierte Ausbildung bedeutet.
Vergessen wir nie: Reiten soll nämlich Spaß machen.
Rick Klaassen – oder:
Wie man aus einem Sachzwang seine große Leidenschaft entwickelt!
ür einen passionierten Reiter wie mich war das reine Unterrichten zunächst ein notwendiges Angebot im eigenen Stall, aber mehr oder weniger ein lästiges Übel. Die Reiterei ging mir eben über alles!
Gesundheitliche Probleme machten mir dann das Reiten unmöglich – ich musste mich aufs Unterrichten spezialisieren. Und zwar auf eine rein theoretische Art des Trainings, da sich mir nicht mehr die Möglichkeit bot, meinen Schülern durch praktische Demonstration zu verdeutlichen, was sie denn umsetzen sollten. Für mich stellte sich damit eine ganz neue Situation: das Ziel musste sein, meine Reitschüler mit ihren eigenen Mitteln in die Lage zu versetzen, meine Tipps und Ratschläge umzusetzen und ihre Pferde entsprechend zu schulen. Aus diesem gedanklichen immer intensiveren mentalen Beschäftigung mit der Thematik eines fundierten Training eröffnete sich mir die volle Bandbreite der Möglichkeiten. Dieser für mich zunächst fremde, später faszinierende Lernprozess kommt mir auch heute noch, wo ich wieder die Möglichkeit habe, in den Sattel zu steigen und Dinge praktisch zu demonstrieren, sehr zu Gute.
Eines habe ich auf jeden Fall gelernt, und dies ist auch mein Leitgedanke bei meinen regionalen Schülern ebenso wie auf nationalen und internationalen Seminaren geworden:
Reiten soll Spaß machen.
Egal, auf welchem Level.
Egal, mit welchen Pferden.
Egal, ob es sich um den ambitionierte Freizeitreiter, den Turniereinsteiger oder um den Turnierreiter in den schwersten Klassen handelt.
Ich versuche kontinuierlich zu verdeutlichen, dass das dressurmässige Arbeiten des Pferdes keinesfalls nur für den reinen Dressurreiter notwendig ist. Spring - und Vielseitigkeitsreiter müssen ihre Pferde ebenso dressurmässig arbeiten wie der ambitionierte Freizeitreiter, der einfach nur mit seinem Pferd ins Gelände möchte. Auch bei den Pferderassen gibt es keine Unterschiede – egal, ob „normales“ Warmblut oder Barockpferd.
Aus diesem Grunde biete ich Training und Seminare grundsätzlich für ALLE Reiter und ALLE Pferde an.
Die Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit Eckart Meyners (Dozent für Sportpädagogik, Universität Lüneburg) und Dr. Gerd Heuschmann (Fachtierarzt für Pferde, Warendorf) haben bei mir einen festen Platz im Trainingsprogramm bekommen.
~ Rick Klaassen, Dressage-Team