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Dressage Team Klaassen



Patentrezept bei allen Problemen
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Einleitung

  Die skala der Ausbildung ist meiner Meinung nach das Kernstück der Reiterei. Sie zeigt uns immer wieder den Weg aus unseren Problemen. Man könnte Sie vielleicht sogar als eine Art Gebrauchsanweisung sehe.

Viele Reiter reiten heute ohne ständigen Reitlehrer und haben, so denke ich, einen gewissen Bedarf an einer Leitlinie und das stellt die Skala der Ausbildung dar wie auf den nachfolgenden Seiten erläutert wird.

Voraussetzungen:
Das Pferd muß sich im Gleichgewicht bewegen.
Was ist Gleichgewicht?Wir müssen zwei Arten von Gleichgewicht unterscheiden:
1. Das natürliche Gleichgewicht ohne Reiter,
2. Das reiterliche Gleichgewicht, darunter versteht man, das Gleichgewicht mit Reiter.
Warum reiten wir ein Pferd eigentlich " RUND "?
Weil der Pferderücken nicht zum Tragen eines Gewichtes gebaut ist.

Lörke sagte: Reiten ist nur Gleichgewicht und Durchlässigkeit.
Wobei man unter Durchlässigkeit das Gehorsam an die vorwärtstreibenden, seitwärtstreibenden und an die verhaltenden Hilfen versteht.
Der Reiter muß einen elastischen unabhängigen Sitz haben, das heißt, er muß seinen Körper unabhängig von der Zügelführung ausbalanciert tragen können.
Der Sattel muß passend für Pferd und Reiter sein und nicht wie man heute oft sieht, statt einen passenden Sattel zu benutzten, werden Unterlagen zum Ausgleich benutzt.
Das soll nicht heißen, daß ich ein Gegner von Sattelunterlagen bin, diese können sehr wertvoll sein!
Das Zaumzeug (Trense/Kandarre) muß passen, vor allem aber müssen Gebisse, Stirnband und das Reithalfter richtig verschnallt sein. Oft sieht man zu kurze oder zu lange Backenstücke.
Ein zu kurzes Backenstück ergibt einen ständigen Druck (annehmender Zügel) auf die Laden.
Ein zu langes Backenstück provoziert Zungenprobleme.
Auch beim Reithalfter ist eine richtige Verschnallung wichtig.

Skala der Ausbildung
a. in der gesamten Ausbildung des Pferdes: Verlagerung des Schwerpunktes nach hinten
b. in der Gliederung der täglichen Arbeit
Wie schon erwähnt, muß der Oberbegriff immer wieder das reiterliche Gleichgewicht sein.
Man sollte immer wieder die Frage stellen:
Könnte ich nicht eigentlich auch loslassen?


Takt
Takt: Gleichmaß der Bewegung (Tempo/Raumgriff/Zeit) in den drei Gangarten.
Schritt: 4-Takt - 8 Phasen, abwechselnd tripedal-lateral-tripedal-diagonal
Fehler: lang-kurz und Paß (gleichseitig-gelichzeitig)
Trab: 2-Takt- 4 Phasen,
Fehler: zügellahm (lang-kurz)
Zwischen Auffußen mit der Zehspitze (nicht vorschwingendes Hinterbein)
Galopp: 3 Takt - 6 Phasen
Fehler: 4-Takt (unterbrechende Diagonale, hinten zuerst)
Sehr gut sichtbar beim Rennpferd (Bilder)

Losgelassenheit
Physische und psychische Entspannung.
Man sagt auch: physisch = sämtliche Muskelgruppen; wobei für uns die Rückenmuskulatur natürlich die schwierigste und wichtigste Partie ist.
Wichtig zu erwähnen scheint mir hierbei noch, daß die Entspannung während er Arbeit stattfinden soll, viele Reiter meinen, wenn sie lasch daher reiten sei ihr Pferd losgelassen.
Wenn ich im Liegestuhl liege mit der Sonne auf dem Bauch, bin ich sehr entspannt.
Das kann aber nicht Sinn der reiterlichen Losgelassenheit sein. Hier streben wir eine elastische Spannung an ohne Verkrampfung!
Ganz wichtig zum Thema Losgelassenheit, ist der Begriff, des Auslösens nach der Arbeit, was sehr oft vernachlässigt wird. Hierdurch passiert es auch, das ein Pferd nach einem guten Tag, einen schlechten Tag erlebt, weil er die Schlacken in der Muskulatur nicht hat abbauen können und dadurch am nächsten Tag Muskelkater hat.
Boldt: Ohne die Losgelassenheit des Pferdes ist das Dressurtraining völlig wertlos!

Anlehnung
Die gleichmäßige Verbindung zwischen der Reiterhand und dem Pferdemaul (rechts wie links gleich viel) bei nachgebendem Genick.
Man sollte Wert darauf legen, daß es bis jetzt nur die Anlehnung ist die wir erarbeitet haben und noch nicht das Geraderichten (was ohne Schwung nicht möglich ist).
Deswegen ist es auch noch nicht entscheidend, nach welcher Seite das Pferd gestellt und gebogen ist.
Bedenke: Die natürliche Schiefe des Pferdes ist keine Böswilligkeit!
Statt zu sagen mein Pferd ist links oder rechts fest, sollte man lieber sagen:
"Mein Pferd tritt nicht an den rechten/linken Zügel heran."

Lösende Arbeit
Lösungshaltung: Leitlinie - Nase Höhe Bugspitze, zur Rückendehnung.
Beim menschlichen Sportler steht die Rückendehnung nie zur Diskussion, sie ist selbstverständlich.
Der Genickwinkel in der Aufrichtung kann schon mal auch in der Lösungshaltung erzeugt werden, denn es ist für das Pferd einfacher mit einem tiefem Hals durch das Genick zu gehen, als später in hoher Aufrichtung.
Um genügend Kontrolle über das vermehrte Vortreiben zu erhalten, kann es passieren, daß die Stirnlinie zeitweilig hinter die Senkrechte kommt.
Prof. Dr. Meyer: Um Kontrolle herzustellen oder wieder herzustellen, habe ich kein Problem damit, wenn ein Pferd mal zu eng ist.
Entscheidend ist aber, daß genügend nach getrieben wird.

Die ersten drei Punkte der Skala der Ausbildung gehen ineinander über und sind manchmal austauschbar, z. B. sagt man ja auch: keine Losgelassenheit ohne Anlehnung.
Lösende Lektionen:
1. Lösungsphase: in Lösungshaltung lockeres abtraben und abgaloppieren auf geraden und leicht gebogenen Linien ohne viel Druck von hinten.
2. Lösungsphase: Steigerung der Aktivität durch Intensivierung der Lektionen. Mehr Übergänge evt. Bodenricks und Schenkelweichen.
a. Übergänge: 1. Als Mittel zum Zweck
2. Als Prüfstein um zu sehen, ob die Lösungsphase erfolgreich abgeschlossen werden kann. Wichtig ist, daß am Ende alles fleißig ist (Selbstbetrug).
b. Schenkelweichen: ! keine Biegung !
1. Kopf zur Bande
2. HH zur Bande
3. Zirkel
4. mit Übergängen
Am Ende der Lösungsphase sollt man in der Lage sein, die Übergänge Trab-Schritt-Trab im Schenkelweichen sowie Übergänge Trab-Galopp-Trab (fleißig) sicher reiten zu können ebenso sollte es möglich sein Tritte und Sprünge zu erweitern.
Hier schon der Beginn der halben Paraden, wobei das Hinterbein noch nicht soviel Last aufzunehmen braucht.
Definition "Halbe Parade": Das kurze Einschließen in die gesamte Hilfengebung.
a. vorwärtstreibender Schenkel unterstützt durch die Gewichtshilfe
b. gegen die verwahrende Zügehilfe, die eine durchhaltende
Zügelhilfe werden kann, aber immer eine nachgebende Zügelhilfe werden muß
Wozu?: a. Übergang zur langsameren Gangart
b. um Takt und Haltung des Pferdes während der Ganges zu verbesseren
c. um verlorengegangene Haltung wieder zu gewinnen
d. um das Drücken auf das Gebiß, sowie das Weglaufen zu verhindern

Anstatt zu versuchen, durch Ziehen (Zwang) die feste Seite des Pferdes locker zu machen, sollte man lieber sein Gehirn einsetzen und mehr Anlehnung auf der weichen Seite zu erzielen.
Wenn die weiche Zügelseite pariert (natürlich mit Hilfe des vortreibenden Schenkels) und reitet man in die Tiefe und versucht die andere Seite zu stellen.

Schwung
Entwicklung der Schubkraft aus der Hinterhand, auf die gesamt Vorwäts-/Aufwärtsbewegung.
Schwung setzt Takt, Losgelassenheit und Anlehnung und deren Erhaltung voraus.
Die Hanken (Hüft-,Knie-,Sprunggelenk) werden vermehrt gebeugt und sollen nach vorne durch schwingen.
Schwung ist das Ergebnis reiterlicher Ausbildungsarbeit, die zwar den natürlichen Gang des Pferdes nutzt, ihm aber die Eigenschaften Losgelassenheit, Schub aus der Hinterhand und Durchlässigkeit hinzufügt.

Geraderichten

Die natürliche Schiefe des Pferdes ist oft ein Weg um das Gleichgewicht herzustellen.
Das Ausrichten der Vorhand auf die Hinterhand.
Eine absolute Voraussetzung für die geraderichtende Arbeit ist der Schwung!
1. Gleichmäßige Belastung
2. Schubkraft optimieren -> in Richtung
3. Voraussetzungen zur Versammlung - >Schwerpunkt
Lektionen zum Geraderichten:
* Schlangenlinien an der langen Seite mit Volten links und rechts
* Volten verschiedener Größe
* Schultervor in Trab-Galopp-Trab-Übergängen auf dem Zirkel
* Außengalopp

Merkmale des geradegerichteten Pferdes
1. Gerade auf der geraden Linie
2. Gebogen auf der gebogenen Linie, rechts wie links
3. Seitengänge im Vorwärts in Bewegungsrichtung
4. Gleichmäßige Anlehnung
5. Wendungen beidseitig gleich einfach
6. Ohren gleich hoch
7. Pferd setzt R. gerade hin

Versammlung
Entwicklung der Tragkraft.
Der größte Teils des Pferdegewichts ist auf der Vorhand, ein vorn sitzender Reiter macht das Gleichgewicht noch ungünstiger.
Deswegen wollen wir erreichen, daß das Pferd mehr Last mit der Hinterhand aufnimmt, die Kruppe senkt und die Vorhand entlastet.
Hankenbeugung , Hüfte, Knie und Sprunggelenk.
Hierdurch kriegen wir die relative Aufrichtung relativ, weil sich eigentlich die Kruppe senkt.
Das Pferd kommt im "runden Zustand" vorne höher, was gut an der Halsmuskulatur zu sehen ist.
Im Gegensatz dazu, steht die absolute Aufrichtung, die mit der Hand erzielt wird, ohne das die Kruppe gesenkt wird.


Lektionen zur Versammlung
* Seitengänge (Schulterherein ist Mutter aller Lektionen)
* Übergänge: 1. vermehrtes Treiben in der Rückführung, unter Beibehaltung des
Taktes (Anstreben von halben Tritten)
2. Fördern des ernergischen Antrittes nach oben
Hierdurch entsteht eine größere Muskelbildung in den tragend Muskeln.

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